Pille danach – Notfallverhütung

Nach ungeschütztem Sex oder einer Panne bei der Verhütung stellt die Pille danach die letzte Möglichkeit dar, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden. Entgegen weit verbreiteten Meinung handelt es sich dabei jedoch nicht um eine Form der frühzeitigen Abtreibung, sondern um eine reine Form der Verhütung.

Was ist die Pille danach und wie wirkt sie?

Bei der Pille danach handelt es sich um ein Hormonpräparat, das dafür sorgt, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Befruchtung verhindert werden. Während jedes Zyklus kommt es einmal zu einem spontanen Anstieg an Hormonen. Dieser kann sowohl frühzeitig, mittig als auch spät erfolgen. Der Hormonanstieg sorgt dabei dafür, dass der Eisprung ausgelöst wird und Spermien auf die Eizelle treffen und diese befruchten können.

Die Pille danach sorgt dafür, dass der Hormonanstieg ausgeglichen wird und es dadurch zu keinem Eisprung kommt. Hierfür werden zwei unterschiedliche Wirkstoffe verwendet. Deshalb können Pillen danach entweder Ulipristalacetat oder Levonorgestrel enthalten.

Worin unterscheiden sich beide Wirkstoffe?

Beide Wirkstoffe arbeiten nach dem gleichen Grundprinzip. Sie gleichen den Hormonhaushalt aus und verzögern dadurch den Eisprung sowie die ungewollte Schwangerschaft. Dabei weisen beide Wirkstoffe jedoch eine unterschiedliche Effektivität auf. Ulipristalacetat sollte binnen 24 Stunden nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden und senkt dadurch das Schwangerschaftsrisiko auf 0,9 %.

Levonorgestrel hingegen senkt bei einer Einnahme innerhalb von 24 Stunden das Risiko auf eine Schwangerschaft lediglich auf 2,3 %. Darüber hinaus kann Ulipristalacetat sogar bis kurz vor dem Eisprung eingenommen werden, während Levonorgestrel bereits seine Wirksamkeit zwei bis drei Tage vor dem Eisprung vollständig verliert.

Tötet die Pille danach das ungeborene Kind?

Viele Menschen haben die Befürchtung, dass die Pille danach das ungeborene Kind in einem sehr frühen Stadium töten würde. Tatsächlich wirkt die Pille danach jedoch noch vor der Verschmelzung von Samenzelle und Eizelle und verhindert dadurch eine beginnende Schwangerschaft. Ist es einmal zu einer erfolgreichen Befruchtung der Eizelle gekommen, kann auch die Pille danach nicht mehr helfen.

Aus diesem Grund ist eine Schwangerschaft trotz Einnahme dieser Pille in einigen Fällen noch möglich.

Deshalb ist die Pille danach strikt von einer Abtreibungspille zu unterscheiden, die eingesetzt wird, um eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter abzutöten. Sollte die Pille danach eingenommen werden, obwohl die Frau bereits schwanger ist, hat dies keinerlei Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes.

Insbesondere in den ersten drei Wochen der Schwangerschaft kann eine Schwangerschaft durch einen Schwangerschaftstest nicht ausgeschlossen werden. Trotz Einnahme dieser Wirkstoffe wird sich das Baby optimal in der Gebärmutter entwickeln.

Welche Nebenwirkungen können bei der Pille danach auftreten?

Nach der Einnahme der Pille danach kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Angstzustände
  • Schmierblutungen
  • Verzögerung oder Verfrühung der nächsten Periode.

Wann sollte die Pille danach eingesetzt werden und wann nicht?

Die Pille danach ist in ihrer Verhütungsfunktion nicht absolut zuverlässig und sollte daher unter keinen Umständen als reguläres Verhütungsmittel verwendet werden. Darüber hinaus eignet sich die Pille danach ebenfalls nicht, wenn einige Wochen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr die Periode ausbleibt. Es handelt sich hierbei lediglich um ein Verhütungsmittel, das in Notfallsituationen verwendet werden sollte.

Häufig kommt die Pille danach zum Einsatz, wenn nach dem Geschlechtsverkehr ein kleiner Riss im Kondom bemerkt wurde und dadurch dessen Verhütungsfunktion nicht ausreichend gesichert ist. In diesen Situationen kann die Pille danach für Beruhigung sorgen und das Risiko auf eine Schwangerschaft stark senken.

Darüber hinaus wird die Pille danach häufig eingesetzt, wenn sich eine Frau unsicher ist, ob sie die Anti-Baby-Pille regelmäßig eingenommen hat oder wenn es unvorhergesehen zu einem versehentlichen Geschlechtsverkehr ohne Verhütungsmittel gekommen ist.

In diesen Situationen sollte die Pille danach jedoch so schnell wie möglich eingenommen werden. Nachdem sich die Spermien im Körper der Frau befinden, kann es jederzeit zu einem Eisprung und dadurch zu einer Befruchtung der Eizellen kommen. Nachdem dies passiert ist, kann auch eine Pille danach keine Schwangerschaft mehr verhindern. In der Regel sollte die Pille danach deshalb innerhalb von 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Obwohl eine spätere Einnahme zu einer Erhöhung des Schwangerschaftsrisikos führt, kann eine Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel bis zu 72 Stunden (drei Tage) nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, um das Risiko einer Schwangerschaft zu senken.

Bei dem Wirkstoff Ulipristalacetat bleiben maximal 120 Stunden (fünf Tage), um das Risiko zu senken. Kommt es jedoch innerhalb dieser Zeitspanne zu einem Eisprung, bleibt die Pille wirkungslos.

Woher bekomme ich die Pille danach?

Seit dem 15. März 2015 ist die Pille danach rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Sie können deshalb beide Wirkstoffe in nahezu jeder Apotheke ohne die Vorlage eines Rezeptes erhalten und müssen lediglich den Kaufpreis tragen. Dieser kann in jeder Apotheke anders ausfallen und ist darüber hinaus ebenfalls vom Wirkstoff abhängig.

Pillen mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat sind in der Regel für ca. 30 € erhältlich. Pillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kosten dagegen meist zwischen 16 € und 18 €, sind jedoch deutlich weniger wirkungsvoll. Für Frauen unter 20 Jahren ist die Pille danach jedoch in der Regel kostenfrei.

Frauen in diesem Alter können sich vom Arzt ein Rezept ausstellen lassen und die Pille für eine Zuzahlung von fünf Euro in jeder Apotheke erhalten. Nach dem 20. Geburtstag muss jedoch jede Frau die Kosten für die Pille danach selbst tragen.

Da die Pille danach jedoch so schnell wie möglich eingenommen werden sollte, um das Risiko für eine Schwangerschaft so stark wie möglich zu senken, werden diese Pillen grundsätzlich von Notdienstapotheken angeboten. Dadurch können Sie auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Apotheken die Pille so frühzeitig wie möglich einnehmen.

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